IMG_20171001_212237_799Hallo meine Lieben, hier mal einige schnelle Infos über mich. Ich bin:

  • eine extreme Tierliebhaberin, vor allem von Hunden 😀
  • selbstständiger Online Coach und liebe meine Kundinnen ❤
  • in einer, nicht perfekten, aber wunderschönen Partnerschaft!
  • eine echte Gymqueen haha
  • Serienjunkie ❤
  • internationale Bikini Athletin

Wem das ganze nicht gereicht hat der sollte sich den folgenden Text durchlesen. In den nächsten Zeilen findet ihr mein Leben in Kurzfassung. Natürlich lasse ich einige Passagen weg, damit ein wenig Privatsphäre gewehrt bleibt, aber ihr erfahrt auf jeden Fall einiges!

Viele bewundern das was ich heute bin, aber ich war durchaus nicht immer so eine glückliche Person. Ich bin durch hoch und tief gegangen und heute stehe ich hier und habe die Ehre es euch zu erzählen.
Angefangen als kleines Mädchen in einer großen Familie, wie das bei Ausländern halt so ist. Meine Mutter war und ist immer noch eine sehr aufmerksame und liebevolle Frau. Mein Vater war leider nur die ersten paar Jahre meines Lebens da, daher haben meine großen Brüder die Verantwortung übernommen. Sie haben sich die nächsten paar Jahre um mich und meinen Bruder gekümmert, sodass ich trotz fehlender Vaterfigur eine wirklich schöne Kindheit verbringen konnte. Ich hatte mit Sicherheit keine übliche „Vorort-Kindheit“, aber sie war schön und ich habe früh gelernt selbstständig zu sein.
Die nächsten Jahre waren dann eher weniger spektakulär. Ich habe meinen Schulabschluss gemacht und die Friseurlehre begonnen. In meiner Freizeit war ich zu dieser Zeit, das ziemliche Gegenteil zu Heute, ein aufgetakeltes Mode-Püppchen. Mein leben drehte sich, außerhalb der Arbeit, nur noch um Kleider, Schuhe, Taschen, MakeUp und Co. . Die letzten Überreste, ca 100 paar High Heels, bin ich übrigens letztes Jahr auf dem Trödel und bei Kleiderkreisel losgeworden. Daran erinnern sich sicherlich noch einige von euch. Jedenfalls ging es damals ziemlich viel um das Oberflächliche und da durfte feiern natürlich nicht fehlen. Ich war so oft aus, wie ich eben konnte. Während meine Feierei anhielt, schwand meine Oberflächlichkeit und damit auch der Hang zum Friseurberuf. Ich beschloss mich umzuorientieren und wurde schließlich, nach 3 Jahren, ausgelernte Zahnarzthelferin und anschließend mein Fachabitur im Gesundheitswesen. Der Job gefiel mir und ich hatte ein super Team. Allerdings war mein damaliger Chef ein echtes Arbeitstier, was für uns automatisch auch längere Arbeitszeiten bedeutete, aber da unser Team, wie gesagt, echt toll war, machte es mir eigentlich nichts aus. Bis vor einem halben Jahr stand ich sogar noch in Kontakt mit meinem damaligen Chef. Er war eine richtig gute Seele. Leider verließ er diese Welt zu früh, sodass ich ihm jetzt nur noch Ruhe und Frieden wünschen kann.
Zurück in die Vergangenheit. Neben meinem Job als Zahnarzthelferin war ich immer noch ziemlich gern feiern. Das ganze entwickelte sich aber mit der Zeit weg vom 0815 Club, hin zum Techno. Von herkömmlichen Techno bis zu den etwas ausgefalleneren Genres, wie z.B. Hardcore oder Frenchcore, habe ich wirklich alles gehört. Dementsprechend zog es mich an Wochenenden regelmäßig in größere Städte wie Frankfurt oder in den schönen Osten, wo die Szene in Deutschland ihren Höhepunkt zelebriert. Ich habe mir Tage und Nächte um die Ohren geschlagen. Vom Club zur After Hour bis zur After After Hour, in irgendwelchen kleinen Kellern, um 16 Uhr nachmittags, habe ich alles miterlebt und wie eine verrückte gefeiert.
Zeitgleich entdeckte ich das zocken für mich. Ja, ich weiß, dass ist nicht unbedingt mädchenhaft, aber es hat mich erfüllt und vor allem konnte ich so mehr Zeit mit meinem kleinen Bruder verbringen. Wir beide stehen uns sowieso sehr nah, aber zu dieser Zeit verbrachten wir jede freie Minute miteinander, vor der Konsole. zu zweit hockten wir, im dunklen Zimmer, starrten jeder auf unsere Seite des Splitscreens und spielten wie die verrückten Call of Duty. Ihr wisst vielleicht, dass ich, wenn ich etwas beginne, es auch perfektionieren möchte und so wurde ich auch in CoD immer besser. Das ganze ging Jahre lang so. Arbeiten, feiern, zocken. Nebenbei hatte ich noch einen Freund. Er war DJ und war dementsprechend auch immer dabei, wenn wir weg waren. Wir lebten uns allerdings nach einiger Zeit auseinander. Wir trennten uns und mit ihm ging auch meine Lust auf Party.
Ich war also single und hatte dem Feiern abgeschworen. Natürlich sollte das nicht genug sein. Das Schicksal meinte es zu dieser Zeit eindeutig nicht gut mit mir, denn kurz nach der Trennung wurde ich wegen Nierensteinen ins Krankenhaus eingeliefert. Ich sag euch das waren wahrscheinlich mit die schlimmsten Schmerzen meines Lebens. Als alles dann überstanden war kam ich zu dem Gedanken mal etwas für mich selbst zutun. Etwas was mich weiterbringt. Ich begann mit Fitness. Anfangs hatte ich natürlich keine Ahnung von irgendwas. Ich ging ins Hardcore Gym um die Ecke und fing einfach an zu trainieren. Ich zog mein Ding durch und wurde immer fleißiger. Fitness entwickelte sich regelrecht zu meiner Leidenschaft. Tag für Tag ging ich ins Studio und wie das halt so ist wenn man mit Fitness anfängt, will man natürlich auch ein Partner der das ganze genau so exzessiv betreibt wie man selbst. So lernte ich relativ schnell mein letzten Ex vor Lukas kennen. Wir teilten eine gemeinsame Leidenschaft. Er kam nicht aus Kassel, sodass das ganze zwangsläufig auf eine Fernbeziehung hinauslief. Viel weiter werde ich auf diese Beziehung vorerst auch nicht eingehen.
Wie der Moderator sagen würde, zurück zum Sport. Ich trainierte also fleißig vor mir her. Eines Tages wurde ich dann im Studio angesprochen. Mir wurde Potential zugesprochen und Mut gemacht. Es hieß ich solle den ersten Schritt Richtung Bikini-Athletin einfach wagen und es würde sicherlich auch erfolgreich ausgehen. Gesagt, getan! Auch wenn ich erst seit ca. einem dreiviertel Jahr am trainieren war, suchte ich mir sofort einen Vorbereiter. Der nächstbeste in meiner Umgebung war Pit, also vertraute ich mich ihm an. Wir bereiteten mich auf die Wettkämpfe vor. Meine Diät war nicht ansatzweise so schön wie die heutigen Diäten, die ich mache. Für mich hieß es also Huhn, Reis und Gemüse 24/7. Dazu kamen viel zu hohe Mengen Eiweiß und von dem Entwässern vor dem Wettkampf will ich gar nicht erst reden. Naja, damals war ich noch naiv und unerfahren. ich dachte das ganze gehört dazu und so sehe eine normale Wettkampfdiät aus. Ich zog die Sache also durch. Mein erster Wettkampf sollte die Newcomer Meisterschaft in Fulda sein, zu welchem ich aber nicht kam, da mein damaliger Freund mich damals mental Angriff, sodass ich nicht in der Lage war einen Wettkampf zu bestreiten. Da dieser Wettkampf also ins Wasser fiel, wollte ich den nächsten umso mehr bestreiten. Ich riss mich zusammen und gab nochmal alles. Zwei Wochen später stand ich dann das erste mal auf der Bühne und das erfolgreich. Natürlich war ich nervös und wusste nicht was auf mich zukam, aber dann am Ende des Tages stand ich auf dem ersten Platz. Ein überragendes Gefühl! Ich war so stolz wie noch nie. Ich zog weiter. Mit dem Sieg in Hessen (Newcomer) hatte ich mich für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Es hieß also nochmal zwei Wochen Diät. Auch diese überlebte ich. Inzwischen, sprichwörtlich, nur noch Haut und Knochen, war ich echt fertig. Trotzdem gewann ich an dem Abend nochmal. Ich war deutsche Meisterin. für mich selbst unbeschreiblich. Als totale Anfängerin hatte ich das geschafft, wovon sicherlich tausende Frauen träumen. Ich ging mit Pokal nach hause.
In den nächsten Tagen ging es natürlich voller Euphorie wieder zurück ins Studio. Leider rannte ich dort, mit meinem neuen Erfolg, nicht in offene Arme, sondern eher gegen eine Wand. Die Leute fingen an zu lästern. Die Leute hinterfragten meinen Erfolg und was ich wohl dafür gemacht hätte. Es war purer Neid, aber für mich doch belastend. Ich wechselte also das Studio um für mich allein zu trainieren, denn ich hatte ein neues Ziel. Mit dem Titel der deutschen Meisterin qualifizierte ich mich gleichzeitig auch für die Arnold Classic in Spanien. Pit unterstützte mich dabei. Er erkannte mein Potential und wollte das Maximum aus mir herausholen. Leider ist das ganze nach hinten losgegangen. Ich war körperlich am Ende. Ein Wrack. Ich beschloss das ganze trotzdem noch abzuschließen und mich nicht unterkriegen zu lassen. Zumindest die Arnolds wollte ich noch bestreiten, bevor ich mich von Pit, als Coach, trennte.
September 2014 war es dann soweit. Ich flog zusammen mit Pit und meinem Freund nach Madrid, denn auch er trat bei der Arnolds an. Wir teilten uns ein Apartment. Mental angeschlagen, versuchte ich noch raus zuholen was ging, aber ich war unglücklich und wollte eigentlich nur noch weinen und nach hause. Der Wettkampf wurde ein Reinfall, aber das war mir egal. Das einzig positive an dem ganzen Wettkampf war eine Person. Als ich am Boden war, völlig am Ende, trat eine ganz besondere Person das erste mal in mein Leben. Backstage traf ich ihn, Coach Burak. Zu dieser zeit wusste ich nicht wirklich wer er war, aber er gab mir Trost. Der Rest des Wochenendes war allerdings nicht mehr erwähnenswert. Es war katastrophal.
Zurück in Deutschland und im gewohnten Alltag dachte ich nochmal über das ganze nach. . Ich dachte, wenn das das Leben einer Athletin ist, will ich definitiv keine mehr sein. Und Männer? Wenn die alle so sind wie mein letzter dann würde ich keinen mehr haben wollen, denn viel Zeit habe ich ihm geopfert, aber er hinterging mich mehrfach und hinterließ nichts als Schmerz. Es war ein ständiges hin und her mit uns.
Ich verlor also alles was mir im Leben wichtig war. Von einem glücklichen Leben war schon lange nicht mehr die Rede. Ich beschloss also mir Hilfe zu suchen.
Wie das Schicksal so spielt, trat Burak genau in dieser Zeit wieder zurück in mein Leben. Ich skypte mit ihm, heulte mich bei ihm aus. Er half mir und bat mich, mich um mich selbst zu kümmern. So ein weiser Mann, mit noch weiseren Worten. Er lud mich ein. Ich sollte eine seiner Angels werden. Erst war ich skeptisch, da ich männlichen Vorbereitern abgeneigt war, aber er überzeugte mich vom Gegenteil. Somit wurde ich zu einem Bikini Angel und entdeckte meine Liebe zum Sport neu.
Allerdings war ich mental immer noch nicht wieder ganz fit, aber für einen Psychiater war ich eine zu stolze Frau. Was also tun? Die Lösung war relativ simpel. Poesie! Ich erwarb mehrere Bücher von Autoren, die über das Leben, Selbstfindung, Nächstenliebe und alles rund um das Thema „Sich selbst lieben“ schrieben. Diese Worte halfen mir. Sie zeigten mir den richtigen Weg zurück in den Sattel! Der Weg war nicht einfach, aber ich war verloren und wollte unbedingt wieder glücklich werden.
Nach einiger Zeit stand ich wieder voll im Leben. Ich war glücklich und selbstbewusster den je. Ab jetzt wusste ich wie mein Leben laufen solle. An erster Stelle solle ich kommen. Das war ganz und gar nicht egoistisch. Es klingt vielleicht so, aber ich wurde gelehrt, dass wenn man nicht selbst glücklich ist auch kein Glück verbreiten kann! Sei mit dir selbst im reinen, erst dann kannst du anderen zu ihrem Glück verhelfen.
.Nachdem ich nun wieder voll im Leben stand, wurde es Zeit für neue Ziele. Inzwischen waren ich und Burak ein Herz und eine Seele. Wir entschlossen uns die Arnolds erneut anzupeilen. Eigentlich wollte ich nicht, da meine letzte Arnolds, wie oben beschrieben, ein Albtraum war, aber er überzeugte mich, dass das ganze auch anders ablaufen kann.
Das nächste Jahr verlief relativ eintönig. Ich lebte meinen Alltag, ging zur Arbeit wie jeder andere auch und genoss das Leben. Die Zeit verging wie im Flug. Die Tage verschmolzen miteinander und schon war das Jahr so gut wie um.
Ich begann meine Diät. Bevor es losging war ich skeptisch. Meine letzte Diät war eine Mischung aus Verzweiflung und sonst was, aber ich vertraute Burak und wurde nicht enttäuscht. Zu meinem Erstaunen blieb meine Ernährung gleich. Dass meine Diät so entspannt war nahm mir auch meine Angst vor dem Ganzen und gab mir eine unglaubliche Gelassenheit. Ich war motivierter den je und habe mich auf die folgenden Wochen gefreut.
Die nächsten Monate verflogen praktisch. Mein Highlight war der monatliche Trip nach Zürich. Ich lernte Burak näher kennen. Er und seine Frau Candice breiteten mich bestmöglich auf mein Wettkampf vor. Ich war eine unter vielen Athletinnen von ihm, aber er gab mir trotzdem das Gefühl, dass er voll auf mich fokussiert ist. Über die Angels lernte ich so auch Mirjam kennen.
Dann war es wieder soweit. September 2015 und ich machte mich wieder einmal auf den Weg nach Madrid. Dieses mal aber mit einem richtigen Team. Burak, Candice, Mirjam. Sie waren alle da. Wir hatten eine wundervolle Zeit. Wir haben gegessen, gelacht und plötzlich war der Wettkampf nebensächlich.
Am Wettkampftag selbst war ich natürlich aufgeregt, aber ich zog mein Ding, wie immer, durch. Es reicht leider nur für einen knappen 7. Platz und ich war etwas traurig, da ich so gut aussah wie noch nie, aber selbst dieser Misserfolg war schnell vergessen, denn die Zeit dort war so toll. Wir, als Team, blieben noch etwas in Madrid. Burak hatte uns ein Shooting organisiert. Gemeinsam mit einem anderen Angel shooteten wir und es wurden unglaubliche Bilder, welche übrigens mittlerweile als extrem witziges Motiv für Duschvorhänge im „The Gym“ genutzt werden. Wir gingen noch ein paar mal essen und amüsierten uns bevor es wieder Richtung Heimat ging.
In der Heimat angekommen trat schnell wieder der Alltag ein. Allerdings begann ich wieder mich für Männer zu interessieren. Natürlich gab es mehrere Bewerber, aber ich wollte nicht mehr den typischen Sportler, da ich in dem Bereich ja schon Erfahrungen gemacht hatte. Eines Tages schrieb mir dann ein, damals für mich noch, kleiner Junge. Er fragte, wie er es schaffen würde Rocky Sportnahrung, mein damaliger Sponsor und heute bekannt als Gymqueen, als Sponsor zu gewinnen. Für mich war er erstmal nur ein unbedeutender Physique Athlet. Irgendwie hat er es aber doch geschafft ins Team zu kommen. Vorerst schrieben wir nur in unserer Whatsapp-Gruppe, aber er hatte Humor, also fingen wir an privat etwas zu texten. Er sagte er bräuchte Ablenkung, weil er so lang Cardio machen müsse, aber eigentlich blieb es nie nur bei einer Stunde schreiben. Wir fingen an täglich zu schreiben, verstanden uns immer besser und lernten uns kennen.
Wir schrieben erstmal nur weiter, mit dem Hintergedanken uns irgendwann zu treffen. Das Schicksal meinte es gut mit uns, sodass wir uns schneller sahen als geplant. Mirjams Wettkampf, zu dem ich sie begleitete, und sein Wettkampf waren am gleichen Ort. Wir trafen uns vor Ort und quatschten etwas über Gott und die Welt. Viel zeit blieb uns nicht, schließlich waren wir beide wegen dem Sport gekommen.
Eines Abends schrieben wir wieder. Wir schrieben und schrieben, vergassen die Zeit und auf einmal war es 3 Uhr nachts. Wir realisierten beide, dass es doch mehr sein könnte als Freundschaft und brachten es ins Gespräch ein. Es war etwas seltsam, da ich doch 6 Jahre älter war. Nach kurzer Zeit war dann klar, das es egal ist wer wie alt ist.
Wir entschlossen uns, dass ein Date jetzt angebracht wäre, aber zeitlich war es nicht so toll. Ich war krank und er hatte noch Wettkämpfe vor sich. Dennoch wollte er kommen. Ich wies ihn ab, da ich mir nicht wirklich sicher war, ob so ein junger Mann das richtige für mich ist. Die Krankheit hielt an und mir ging es echt dreckig. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag, wie gewohnt, zur Arbeit, aber er meinte ich müsse mir unbedingt einen Krankenschein holen und im Bett bleiben. Ich blieb also zuhause. Am nächsten Morgen klingelte es. Ich öffnete etwas verwirrt die Tür und der Postbote überreichte mir einen riesigen Strauss Rosen und ein Teddy in Lebensgröße. In all den Jahren hatte nie einer etwas so schönes für mich gemacht. Es flossen Tränen und ich bedankte mich . Schließlich beschloss ich dem kurzen doch eine Chance zu geben.
Wir hatten also ein Date. Er fuhr Freitag Abend aus Dortmund los. Wir gingen essen und alles war noch viel schöner als über den Chat. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Den Tag darauf waren wir schon zusammen. Es passte einfach alles und als wir in der Eingangstür standen hat er dann einfach gefragt, ob wir jetzt zusammen sind. Natürlich musste ich erstmal lachen, aber ich war mir sofort darüber im klaren, dass ich es will.
Sonntag Abend fuhr er dann wieder. Der Abschied war natürlich nicht schön, aber es musste sein. Die nächsten Monate verbrachte er jedes Wochenende bei mir. Fuhr Freitags los und ging Montag Morgen um 5 wieder um rechtzeitig um 8 in der Schule zu sein.
Ich war verliebt wie noch nie und das ganze beruhte auf Gegenseitigkeit. Das einzige was zwischen uns stand war die Entfernung, aber damit machte er schnell Schluss. Er behauptete zu mir zu ziehen, sobald er sein Abi fertig habe. Ich dachte er macht nur Spaß, aber 5 Monate später bewies er mir das Gegenteil. Er verließ Dortmund und zog bei mir ein.
Schnell war klar, dass ein Zusammenziehen auch Renovierung bedeutet, denn es sollte ja unsere Wohnung sein und nicht seine. Woche für Woche erneuerten wir jedes Zimmer. Wir waren öfters bei Ikea als sonst wo. Da wir finanziell nicht ganz so stark auf den Beinen war zog sich das ganze allerdings ziemlich in die Länge.
Mittlerweile war viel zeit vergangen und wir hatten viel zusammen erlebt. Ausflüge nach Berlin, München, Zürich und Co, unsere erste gemeinsame FIBO und vieles mehr.
Mein Leben schien perfekt und es sollte auch vorerst so bleiben.
Wochen vergingen und es stand Veränderung bevor. Mein Chef in der Zahnarztpraxis, mittlerweile nicht mehr die in der ich meine Ausbildung gemacht hatte,  übergab die Leitung an seinen Sohn. Das Team war aufgeregt. Wir dachten mit einem jüngeren Chef sollte alles etwas lockerer und frischer werden. Wir mussten schnell realisieren, dass dies ein großer Irrtum war. Anstatt das ganze besser zu machen wurde es Tag für Tag schlimmer. Der Arbeitstag wurde länger und länger. Ich machte Überstunden und hörte nicht einmal ein Danke dafür. Die Kommunikation war katastrophal. Alles in einem ein Zustand den kein Mensch auf Dauer aushält. Dazu kam, dass ich als Helferin Seite an Seite mit dem Chef arbeiten musste. Dementsprechend bekam ich seine Launen täglich ab.
Eines Morgens kam ich dann, wie jeden Morgen, in die Praxis. Alles war wie immer, aber dann wurde mir plötzlich schwindelig. Ich sackte zusammen und wurde kurz ohnmächtig. Wer mich kennt weiß, dass ich ein Arbeitstier bin. Ich arbeite gern und konsequent, aber an dieser Stelle wusste ich, dass das mein letzter Arbeitstag sein würde. Der Stress hatte gewonnen. Ich nahm mir gezwungenermaßen Urlaub.
Mein Urlaub ging zu schnell vorbei und mir wurde klar, dass ich nicht mehr dort arbeiten wolle. Ich stellte Überlegungen an, was ich sonst machen könne. Ich wandte mich an das Arbeitsamt, aber nicht entsprach dem was ich machen wollte. Ich war interessiert an etwas sozialem. Ich wollte Kontakt mit Menschen und ihm helfen. Als ich dann nicht mehr weiter wusste, kamen Lukas und Burak auf mich zu. Sie meinten beide, dass ich das Zeug für einen großartigen Coach hätte. Die Lizenzen hatte ich schon letzten Jahr absolviert dennoch sah ich mich nicht wirklich in der Rolle als Coach. Ich war unsicher, ob es das richtige für mich wäre und auch ob ich damit genug verdienen würde um zu überleben. Dennoch lies ich mich von den beiden überreden und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Ich verkündete es in den sozialen Medien und der Andrang war unglaublich. Es war verblüffend wie viele junge Damen sich dafür interessieren mich als Coach zu haben.
Ich bekam also meine ersten Kundinnen. Ich wollte mich nicht übernehmen und das ganze auch persönlich halten, daher nahm ich nur eine handvoll auf. Grad so viel um finanziell über die Runden zu kommen.  Langsam gefiel mir das ganze immer besser und ich entwickelte eine Leidenschaft dafür.
Da ich nun von zuhause arbeiten würde, beschlossen ich und Lukas den Hund von meinem Bruder zu adoptieren. Ihr kennt ihn alle, Paco! Er hat sich sofort eingelebt und seit diesem Tag ist er wie ein Kind für uns. Mit ihm waren wir inzwischen eine richtige kleine Familie geworden.
Kurz drauf beschloss ich neben dem Coaching noch berufstätig zu werden und zu studieren. Das Coaching war zwar zeitlich sehr intensiv, aber ich wollte nicht den ganzen Tag zuhause sitzen. Zu der Zeit war ich mit einem alten Bekannten in Kontakt. Er besaß ein eigenes Kampfsportstudio. Ich besuchte ihn und es gefiel mir dort sehr gut. Er meinte ich könne gern bei ihm anfangen. Kurz drauf fing ich dann auch bei ihm an. Seitdem bin ich ein Teil der Phönix Kampfsport Akademie.
Die nächsten Monate verliefen relativ unspektakulär. Lukas und ich lebten unseren Alltag. Er fing an hier zur Uni zu gehen und ich arbeitete wie eine Verrückte. Womit wir auch schon zur Gegenwart kommen.
Mittlerweile sind wir beide ein eingespieltes Team. Mit Paco zusammen sind wir eine Familie. Wir leben tagtäglich unseren Alltag, wobei die Zeit füreinander leider manchmal darunter leidet, aber wir finden immer Zeit für uns. Und selbst, wenn wir uns mal streiten ist es trotzdem das schönste auf der Welt jeden Abend neben ihm einschlafen zu können.
Heute kann ich von mir behaupten, dass ich mit mir selbst im reinen bin. Mein Leben ist nicht perfekt, aber es ist meins, mit meiner Familie und vielleicht macht es das so, auf seine eigene Weise, doch wieder perfekt!
Aus all dem habe ich gelernt, dass aufgeben nie eine Option sein sollte. Das Leben hält für jeden Glück bereit. Für manche früh, für andere spät und im Normalfall muss man schlimme Zeiten erleben um gut schätzen zu können.

Ich hoffe der Text bringt mich euch ein bisschen näher. Vielleicht hat ja sogar der ein oder andere in manch einer Sache etwas Ähnliches erlebt.
Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß auf meinem Blog!

Eure Dilara ❤